Tampons, Binden, Menstruationstasse – und inzwischen auch Periodenunterwäsche: Die Auswahl an Menstruationsprodukten ist so groß wie nie. Periodenslips sehen aus wie normale Unterwäsche, fangen das Blut aber direkt im Schritt auf und lassen sich waschen und wiederverwenden. Das spart Müll und auf Dauer Geld. Doch wie zuverlässig sind die Slips wirklich, und welche Stoffe stecken darin? Ein Überblick zum aktuellen Wissensstand.
So funktioniert ein Periodenslip
Im Schrittbereich sind Periodenslips meist aus drei Schichten aufgebaut:
- eine Innenschicht, die Feuchtigkeit vom Körper wegleitet,
- eine Saugschicht, die das Blut aufnimmt,
- eine undurchlässige Membran aus Kunststoff, die das Auslaufen verhindern soll.
Die Saugstärke unterscheidet sich je nach Modell. Es gibt Varianten für leichte bis starke Blutungstage. Laut AOK reichen für eine Periode meist etwa fünf bis sieben Slips in unterschiedlicher Saugstärke.
Vorteile: bequem und wiederverwendbar
Viele Frauen schätzen, dass sich Periodenunterwäsche wie ein normaler Slip anfühlt. Nichts muss eingeführt werden. Das ist ein Plus für alle, denen Tampons unangenehm sind oder Schmerzen bereiten. Anders als Tampons fördern die Slips laut AOK keine vaginale Trockenheit. Das seltene menstruelle toxische Schocksyndrom (mTSS) bringt die Verbraucherzentrale vor allem mit eingeführten Produkten wie Tampons, Tassen und Schwämmen in Verbindung.
Hinzu kommt der Umweltaspekt: Herkömmliche Binden bestehen nach Angaben der Verbraucherzentrale zu bis zu 90 Prozent aus Plastik. Ein Periodenslip hält dagegen laut AOK meist zwei bis fünf Jahre, je nach Material und Waschhäufigkeit.
Grenzen: nicht immer auslaufsicher
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Österreich hat 15 Periodenslips getestet. Sieben davon fielen durch, weil sie nicht ausreichend vor dem Auslaufen schützten und/oder Schadstoffe enthielten. Bei zwölf der 15 Modelle trat Testflüssigkeit seitlich aus. Die Fachleute empfehlen die meisten Slips deshalb vor allem für leichte Blutungen oder als zusätzlichen Schutz zu Binde, Tampon oder Tasse.
Auch die Umstellung braucht Zeit: Wer von Tampons kommt, spürt die Blutung deutlicher. Und wer unterwegs ist, muss die getragene Wäsche mitnehmen, etwa in einem Wetbag.
Schadstoffe: Biozide und PFAS
Damit die Slips nicht riechen, behandeln manche Hersteller die Saugschicht mit Bioziden wie Silbersalzen oder Zinkpyrithion. Diese Stoffe können Allergien auslösen und die natürliche Hautflora stören, warnen VKI und Verbraucherzentrale. Im VKI-Test enthielten drei der 15 Produkte Silber oder Zinkpyrithion. Zinkpyrithion ist seit März 2022 in Kosmetika EU-weit verboten, in Periodenunterwäsche aber nicht.
Ein weiteres Thema sind PFAS, langlebige Chemikalien, die Textilien wasser- und schmutzabweisend machen. Die Verbraucherzentrale verweist auf eine Studie aus dem Jahr 2025: Bei zwei von 13 untersuchten Periodenhosen deutete ein hoher Fluorgehalt auf eine absichtliche PFAS-Behandlung hin. Spezielle Grenzwerte für Periodenprodukte gibt es in Deutschland bislang nicht.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Aufbau | Meist drei Schichten: Innenschicht, Saugschicht, undurchlässige Membran |
| Eignung | Vor allem leichte Tage; an stärkeren Tagen eher als Zusatzschutz |
| Wechsel | Je nach Blutungsstärke; viele Frauen wechseln alle 4 bis 6 Stunden |
| Haltbarkeit | Laut AOK meist 2 bis 5 Jahre |
| Bedarf | Etwa 5 bis 7 Slips pro Periode |
| Mögliche Schadstoffe | Biozide (z. B. Silbersalze, Zinkpyrithion), PFAS |
| Grenzwerte speziell für Periodenprodukte | In Deutschland bislang keine |
Tipps für Kauf, Tragen und Pflege
- Ohne Geruchsstopper kaufen: Hinweise wie „geruchshemmend“ oder „antibakteriell“ deuten laut Verbraucherzentrale auf Biozide hin. Besser sind Modelle ohne solche Ausrüstung.
- Auf PFAS-Freiheit achten: Die Angabe „PFOA-frei“ schließt laut AOK nicht alle PFAS aus. Aussagekräftiger ist „PFAS-frei“.
- Siegel als Orientierung: GOTS beschränkt Schadstoffe während der gesamten Produktion und schließt laut Verbraucherzentrale geruchshemmende Biozide und PFAS aus. OEKO-TEX Standard 100 prüft das Endprodukt auf Schadstoffe, lässt aber einige Biozide zu.
- Vor dem ersten Tragen waschen: Laut VKI verbessert das bei vielen Slips die Saugfähigkeit.
- Richtig pflegen: Erst kalt ausspülen, dann in der Maschine waschen, ohne Weichspüler. Lufttrocknen statt Trockner. Halten Sie sich an die Temperaturangabe des Herstellers: Viele Slips vertragen laut AOK nur maximal 40 Grad. Die Verbraucherzentrale rät zu Modellen, die eine 60-Grad-Wäsche aushalten.
- Kombinieren an starken Tagen: Wer stark blutet, nutzt den Slip am besten als Ergänzung zu Tampon, Binde oder Menstruationstasse.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Periodenunterwäsche löst keine gesundheitlichen Probleme. Laut gesundheitsinformation.de ist eine Regelblutung zu stark, wenn Sie Binden oder Tampons etwa alle ein bis zwei Stunden wechseln müssen, die Blutung Ihren Alltag beeinträchtigt oder zu Eisenmangel führt. Auch Blutungen, die länger als fünf bis sieben Tage dauern, viele dicke Blutklumpen, starke Müdigkeit oder Schwindel sollten Sie in einer gynäkologischen Praxis abklären lassen. Das gilt ebenso bei starken Regelschmerzen, zum Beispiel bei Verdacht auf Endometriose. Ein Blutungstagebuch über ein bis zwei Monate hilft beim Arztgespräch.
Fazit
Periodenunterwäsche ist eine bequeme und müllarme Ergänzung zu klassischen Menstruationsprodukten, vor allem für leichte Tage und als zusätzlicher Schutz. Tests zeigen aber: Nicht jeder Slip hält dicht, und manche enthalten fragwürdige Zusätze. Achten Sie beim Kauf daher auf Modelle ohne Biozide und PFAS. Bei sehr starken, langen oder schmerzhaften Blutungen sind Frauenärztinnen und Frauenärzte die richtige Anlaufstelle. Bei Hautreizungen im Intimbereich hilft eine Hautarztpraxis weiter, beides finden Sie in unserem Verzeichnis.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Schadstoffe in Periodenprodukten – Tampons, Binden, Alternativen (06.10.2026)
- AOK: Periodenunterwäsche – Vor- und Nachteile, Anwendung und Reinigung (09.10.2026)
- VKI: Test Perioden-Panties – 7 von 15 Produkten fielen durch (Presseinformation, 24.10.2023)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Starke Regelblutung



