Brustvergrößerung mit Implantaten: Was Sie vor der OP wissen sollten

Eine Brustvergrößerung ist ein echter chirurgischer Eingriff mit Risiken, Folgekosten und Nachsorgepflichten. Seit Juli 2024 müssen Brustimplantate zudem im Implantateregister Deutschland gemeldet werden. Worauf Sie bei Entscheidung, Arztwahl und Nachsorge achten sollten.

McGesund-Redaktion · Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am

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Brustvergrößerung mit Implantaten: Was Sie vor der OP wissen sollten
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Kleinere oder ungleiche Brüste, Veränderungen nach Schwangerschaft und Stillzeit oder der Wunsch nach einer anderen Silhouette: Die Gründe für eine Brustvergrößerung sind vielfältig. Eine Brust-OP mit Implantaten ist allerdings kein kosmetisches Pflegeritual, sondern ein chirurgischer Eingriff unter Narkose – mit Risiken, möglichen Folgeoperationen und Pflichten zur Nachsorge. Wer sich gut informiert, kann eine Entscheidung treffen, die auch in zehn oder zwanzig Jahren noch trägt.

Gute Gründe – und gute Bedenkzeit

Ob eine Brustvergrößerung sinnvoll ist, können nur Sie selbst entscheiden. Hilfreich ist die ehrliche Frage, für wen und warum Sie den Eingriff wünschen. Eine Operation kann das Körpergefühl verbessern, löst aber keine Beziehungsprobleme und ersetzt keine Unterstützung bei seelischen Belastungen. Wer sich wegen eines vermeintlichen Makels stark zurückzieht, sehr viel Zeit mit dem eigenen Aussehen verbringt oder schon mehrere Eingriffe hinter sich hat, sollte zunächst mit einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten sprechen. Seriöse Ärztinnen und Ärzte sprechen solche Punkte im Beratungsgespräch von sich aus an.

Implantate halten nicht ein Leben lang

Die US-Arzneimittelbehörde FDA stellt klar: Brustimplantate gelten nicht als lebenslang haltbare Medizinprodukte. Je länger sie im Körper sind, desto wahrscheinlicher werden Komplikationen – und desto eher wird eine weitere Operation nötig. Auch das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) fordert, Patientinnen auf die begrenzte Haltbarkeit und mögliche wiederholte Reoperationen hinzuweisen.

Die wichtigsten Risiken im Überblick

RisikoWas dahintersteckt
KapselkontrakturDas Narbengewebe um das Implantat verhärtet und zieht sich zusammen; schwere Formen können Schmerzen verursachen und eine erneute OP erfordern.
RupturSilikonimplantate können unbemerkt reißen. Als zuverlässigste Kontrolle gilt die MRT, bei beschwerdefreien Frauen ist laut FDA auch Ultraschall möglich.
Allgemeine OP-RisikenInfektion, Bluterguss, Serom (Flüssigkeitsansammlung), Asymmetrie, Verrutschen des Implantats, veränderte Empfindung der Brustwarze
BIA-ALCLSeltener Lymphdrüsenkrebs in der Kapsel um das Implantat. Das Risiko ist laut BfArM sehr gering, aber nicht auszuschließen; bei früher Diagnose ist die Prognose sehr gut.
Weitere TumorenDie FDA hat auch Berichte über Plattenepithelkarzinome und andere Tumoren in der Implantatkapsel erhalten und wertet sie weiter aus.
„Breast Implant Illness“Manche Frauen berichten über Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Konzentrationsprobleme. Die Ursache ist laut FDA noch wenig verstanden.

Ein Warnzeichen für BIA-ALCL ist laut BfArM ein spätes Serom – eine Schwellung frühestens ein Jahr nach der OP – oder ein Knoten an der Kapsel. Bei solchen Veränderungen sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen. Ohne Beschwerden besteht laut der Fachgesellschaft DGPRÄC dagegen kein Grund, vorsorglich etwas zu unternehmen; nehmen Sie die empfohlenen Routinekontrollen weiter wahr.

Neu seit 2024: Pflichtmeldung ins Implantateregister

Nach dem PIP-Skandal um minderwertige Silikonimplantate hatten Fachleute lange ein verpflichtendes Register gefordert. Seit dem 1. Juli 2024 müssen Kliniken und Praxen jede Brustimplantat-OP an das Implantateregister Deutschland melden. Ziel ist es, Probleme mit bestimmten Produkten schneller zu erkennen und betroffene Frauen gezielt informieren zu können.

Für Sie bedeutet das:

  • Teilnahme ist Pflicht: Die Meldung erfolgt durch die behandelnde Einrichtung, nicht durch Sie.
  • Meldebestätigung für Selbstzahlerinnen: Wer die OP privat bezahlt, erhält mit der Rechnung eine Bestätigung, dass die Meldung erfolgt ist. Diese lässt sich online prüfen.
  • Auskunftsrecht: Über eine angeschlossene Gesundheitseinrichtung können Sie erfahren, welche Daten über Sie gespeichert sind.

Checkliste für Ihre Entscheidung

  • Qualifikation prüfen: Fragen Sie nach dem Facharzttitel „Plastische und Ästhetische Chirurgie“. Bezeichnungen wie „Schönheitschirurg“ sind nicht geschützt.
  • Ausführlich beraten lassen: Lassen Sie sich Ablauf, Implantattyp, Schnittführung, Risiken und Alternativen erklären. Ein seriöses Gespräch findet in Ruhe statt, ohne Rabattaktionen oder Zeitdruck.
  • Bedenkzeit nehmen: Unterschreiben Sie nicht am Tag der Erstberatung. Eine zweite Meinung ist sinnvoll.
  • Kosten realistisch planen: Rein ästhetische Eingriffe zahlen Sie selbst. Klären Sie vorab, was im Preis enthalten ist und wer bei Komplikationen oder einem späteren Implantatwechsel die Kosten trägt.
  • Implantatpass aufbewahren: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss Ihnen einen Implantatpass mit Hersteller und Modell aushändigen. Bewahren Sie ihn gut auf.
  • Nachsorge einplanen: Nehmen Sie die empfohlenen Kontrollen regelmäßig wahr, auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
  • Brustkrebs-Früherkennung fortsetzen: Implantate ersetzen keine Vorsorge. Informieren Sie Ihre Frauenarztpraxis und bei der Mammografie das Team über die Implantate.

Tipp: Schreiben Sie sich vor dem Beratungstermin Ihre Fragen auf und nehmen Sie eine Vertrauensperson mit. So behalten Sie den Überblick und können das Gespräch später in Ruhe nachbesprechen.

Fazit

Eine Brustvergrößerung kann das Wohlbefinden stärken, ist aber eine Entscheidung mit langfristigen Folgen: Implantate müssen kontrolliert und oft irgendwann ausgetauscht werden. Wer sich Zeit lässt, eine qualifizierte Fachärztin oder einen qualifizierten Facharzt wählt und die Nachsorge ernst nimmt, verringert die Risiken deutlich. Ansprechpartner finden Sie in unserem Verzeichnis unter Chirurgie, für Vorsorge und Kontrollen unter Gynäkologie. Belastet Sie das eigene Aussehen stark, kann ein Gespräch in einer Psychotherapiepraxis helfen.

Quellen

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