Damenbart entfernen: Welche Methoden es gibt und wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Feine Härchen auf der Oberlippe hat fast jede Frau – bei manchen sind sie aber dunkel und deutlich sichtbar. Welche Methoden der Haarentfernung im Gesicht es gibt, was sie leisten und wann hinter einem kräftigen Damenbart eine hormonelle Ursache stecken kann, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

McGesund-Redaktion · Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am

Haut
Damenbart entfernen: Welche Methoden es gibt und wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Inhaltsverzeichnis

Jede Frau hat Haare im Gesicht – die eine mehr, die andere weniger. Je nach Haar- und Hauttyp sind sie kaum zu erkennen oder deutlich sichtbar. Während sich die Augenbrauen mit einer Pinzette leicht in Form bringen lassen, empfinden viele Frauen dunkle Härchen auf der Oberlippe oder am Kinn als störend. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Methoden, sie zu entfernen. Wichtig ist aber auch zu wissen, wann ein stärkerer Haarwuchs mehr als ein kosmetisches Thema ist.

Normal oder Hirsutismus?

Leichter Flaum auf der Oberlippe ist völlig normal und oft familiär oder je nach Herkunft unterschiedlich ausgeprägt. Von Hirsutismus sprechen Fachleute, wenn Frauen einen kräftigen, männlich geprägten Haarwuchs haben – etwa einen deutlichen Bart oder Haare an Brust und Rücken. Laut dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums betrifft das etwa 5 bis 10 Prozent der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter.

Ursache ist meist ein Zuviel an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzeln dafür. Bei ausgeprägtem Hirsutismus steckt am häufigsten ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) dahinter. Seltener sind Medikamente, bestimmte hormonelle Verhütungsmittel, angeborene Störungen der Nebenniere, Übergewicht oder – sehr selten – hormonbildende Tumoren die Ursache. Bei vielen milden Formen lässt sich gar keine Ursache finden.

Die Methoden im Überblick

MethodeWie sie wirktWie lange das Ergebnis hältZu beachten
ZupfenEinzelne Haare samt Wurzel ausziehenEinige WochenGut für wenige Haare; Haarwurzel bleibt erhalten
RasierenHaare an der Hautoberfläche abschneidenWenige TageSchmerzfrei; spezielle Gesichtsrasierer mit kleinem Kopf erhältlich
EnthaarungscremeLöst das Haar chemisch aufWenige TageVorher an kleiner Stelle testen, Hautreizungen möglich
BleichenHärchen werden aufgehellt statt entferntBis zum NachwachsenNur bei feinem, leichtem Flaum sinnvoll
Waxing, Zuckerpaste, EpiliererHaare werden mit der Wurzel ausgerissenMehrere WochenKann schmerzen; bei empfindlicher Haut Reizungen oder Pigmentflecken möglich
Laser / Blitzlampe (IPL)Licht schädigt die HaarwurzelLangfristige Reduktion nach mehreren SitzungenWirkt vor allem bei dunklen Haaren auf heller bis mittlerer Haut; kaum bei hellem Flaum
ElektroepilationStrom verödet einzelne HaarwurzelnDauerhaft möglichAufwendig, da jedes Haar einzeln behandelt wird
Eflornithin-CremeBremst das Haarwachstum im GesichtNur solange angewendet wirdVerschreibungspflichtig; ohne Besserung nach vier Monaten absetzen

Wichtig bei allen Heimmethoden: Die Haarwurzel bleibt erhalten, die Haare wachsen also wieder nach.

Selbst machen oder Profis ranlassen?

Heimmethoden

Für feine oder wenige Härchen genügen oft Pinzette, Gesichtsrasierer oder eine milde Bleichcreme. Sugaring mit Zuckerpaste – einer Mischung aus Zucker, Wasser und Zitronensaft – gilt vielen als hautschonendere Alternative zum Wachs. Epilierer liefern lang anhaltende Ergebnisse, sind im Gesicht aber nicht jedermanns Sache, weil das Auszupfen vieler Haare gleichzeitig schmerzhaft sein kann.

Professionelle Behandlung

Wer lieber Fachleute an die Härchen lässt, ist in Kosmetik- und Haarentfernungsstudios gut aufgehoben – etwa für Waxing, Sugaring oder Lichtbehandlungen. Laser und IPL können den Haarwuchs nach mehreren Sitzungen deutlich und langfristig reduzieren, eine Garantie auf vollständige Haarfreiheit gibt es aber nicht. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wirken sie am besten bei dunklen Haaren auf heller bis mittlerer Haut; bei blonden, roten oder grauen Härchen bleibt der Erfolg oft aus. Weil jeweils nur gerade wachsende Haare erfasst werden, sind mehrere Sitzungen im Abstand nötig. Bei falschen Geräteeinstellungen drohen Verbrennungen, Pigmentstörungen oder Narben. Professionelle Anbieter müssen seit dem 31. Dezember 2022 eine Fachkunde nach der Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NiSV) nachweisen – fragen Sie danach. Muttermale oder Leberflecken sollten nicht einfach mitbehandelt werden; lassen Sie sie vorher hautärztlich abklären.

Tipps für die Haarentfernung im Gesicht

  • Haut vorbereiten: Gesicht vorher gründlich reinigen, damit keine Keime in die Haarfollikel gelangen.
  • Verträglichkeit testen: Cremes, Bleichmittel und Wachs zuerst an einer kleinen Stelle ausprobieren.
  • Nicht auf gereizter Haut: Bei Sonnenbrand, Entzündungen, Herpes oder offenen Stellen lieber warten.
  • Danach beruhigen: Eine milde, parfümfreie Pflege lindert Rötungen; auf Make-up und Sonne direkt nach der Behandlung möglichst verzichten.
  • Bei Problemen handeln: Treten nach einer Behandlung starke Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen auf, sollten Sie eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

Ein dezenter Damenbart ist kein medizinisches Problem. Lassen Sie den Haarwuchs aber ärztlich abklären, wenn

  • er plötzlich oder rasch zunimmt oder auch an Brust, Bauch oder Rücken auftritt,
  • weitere Anzeichen hinzukommen, etwa unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen, Akne, dünner werdendes Kopfhaar oder Gewichtsveränderungen,
  • Sie neue Medikamente einnehmen und der Haarwuchs danach stärker geworden ist,
  • der Haarwuchs Sie stark belastet.

Ärztinnen und Ärzte erfassen dann das Ausmaß der Behaarung, fragen nach Zyklus, Gewicht und Medikamenten und bestimmen per Bluttest die Hormonwerte. Liegt eine behandelbare Ursache wie ein PCOS vor, kann eine Therapie der Grunderkrankung auch den Haarwuchs bessern. Bei starkem Hirsutismus kommen zudem Medikamente infrage, etwa bestimmte hormonelle Verhütungsmittel, die den Androgenspiegel senken. Laut gesund.bund.de sollten solche Medikamente mindestens sechs Monate eingenommen werden, bevor sich beurteilen lässt, ob sie wirken. Für den Gesichtsbereich gibt es außerdem die verschreibungspflichtige Eflornithin-Creme: Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur kann sich eine Besserung innerhalb von acht Wochen zeigen; die Haare müssen aber oft zusätzlich gezupft oder rasiert werden. Ansprechpartner sind vor allem Frauenärztinnen und -ärzte sowie Hautärztinnen und Hautärzte.

Fazit

Gegen einen leichten Damenbart helfen Pinzette, Rasierer, Bleichcreme oder Sugaring – die Härchen kommen aber immer wieder. Langfristig reduzieren lässt sich der Haarwuchs am ehesten mit Laser, IPL oder Elektroepilation. Professionelle Anbieter für Waxing, Sugaring oder Laser- und IPL-Haarentfernung finden Sie in unserem Verzeichnis unter Haarentfernung. Wächst der Bart kräftig oder kommen weitere Beschwerden hinzu, ist eine Abklärung in einer Praxis für Gynäkologie oder Dermatologie sinnvoll.

Quellen

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