Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober: Warnzeichen erkennen – mit dem FAST-Test Leben retten

Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall. Wer die Warnzeichen kennt und sofort die 112 wählt, kann bleibende Schäden verhindern. Wie der FAST-Test funktioniert, welche Risikofaktoren Sie beeinflussen können und warum jede Minute zählt.

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Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober: Warnzeichen erkennen – mit dem FAST-Test Leben retten
Inhaltsverzeichnis

Am 29. Oktober ist Welt-Schlaganfalltag. Die World Stroke Organization ruft in diesem Jahr erneut dazu auf, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen und schnell zu handeln – unter dem Motto #ActFAST. Denn bei einem Schlaganfall entscheidet jede Minute darüber, wie viel Gehirngewebe gerettet werden kann.

Schlaganfall in Zahlen

Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist die Krankheit in Deutschland weit verbreitet:

KennzahlWert
Schlaganfälle pro Jahrrund 270.000
Davon erstmalige Schlaganfälleknapp 200.000
Menschen, die mit den Folgen lebenetwa 1,3 Millionen
Anteil der Betroffenen unter 60 Jahrenrund 20 %
Anteil vermeidbarer Schlaganfälle (Schätzung)bis zu 70 %

Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und ist die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Und er trifft keineswegs nur ältere Menschen: Etwa jede fünfte betroffene Person ist jünger als 60.

Der FAST-Test: In vier Schritten zum Notruf

Ein Schlaganfall tut oft nicht weh. Gerade deshalb werden die Anzeichen häufig unterschätzt. Der FAST-Test hilft, die häufigsten Symptome schnell zu prüfen:

  • F wie Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • A wie Arms (Arme): Die Person soll beide Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Sinkt ein Arm ab oder lässt er sich nicht heben, ist das ein Warnzeichen.
  • S wie Speech (Sprache): Lassen Sie einen einfachen Satz nachsprechen. Ist die Sprache verwaschen, abgehackt oder unverständlich, besteht Verdacht auf einen Schlaganfall.
  • T wie Time (Zeit): Zögern Sie nicht – wählen Sie sofort die 112 und schildern Sie die Symptome.

Weitere mögliche Warnzeichen

  • plötzliche Sehstörungen, zum Beispiel Doppelbilder oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld
  • plötzlicher Schwindel mit Gangunsicherheit
  • plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen
  • Taubheitsgefühl auf einer Körperseite

Wichtig: Auch wenn die Beschwerden nach wenigen Minuten wieder verschwinden, ist das ein Notfall. Eine solche vorübergehende Durchblutungsstörung kann einem schweren Schlaganfall vorausgehen.

Was im Notfall zu tun ist

  • Sofort 112 wählen – nicht erst die Hausarztpraxis anrufen und nicht selbst ins Krankenhaus fahren.
  • Uhrzeit merken: Wann haben die Symptome begonnen? Diese Information ist für die Behandlung entscheidend.
  • Nichts essen oder trinken lassen: Bei einem Schlaganfall ist oft das Schlucken gestört.
  • Bei der Person bleiben und sie beruhigen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Spezialisierte Schlaganfall-Stationen, sogenannte Stroke Units, können ein verschlossenes Blutgefäß mit Medikamenten oder einem Katheter wieder öffnen – aber nur in einem begrenzten Zeitfenster.

Risikofaktoren: Vieles haben Sie selbst in der Hand

Die wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren sind:

  • Bluthochdruck – der größte Einzelfaktor. Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig messen.
  • Vorhofflimmern – eine Herzrhythmusstörung, die oft unbemerkt bleibt und Blutgerinnsel begünstigt.
  • Diabetes und erhöhte Blutfette
  • Rauchen und viel Alkohol
  • Bewegungsmangel und Übergewicht

Ab 35 Jahren haben gesetzlich Versicherte alle drei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Gesundheits-Check-up in der Hausarztpraxis. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin überprüft.

Fazit

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall – auch wenn er nicht schmerzt. Wer den FAST-Test kennt und sofort die 112 wählt, gibt Betroffenen die besten Chancen. Mindestens genauso wichtig ist die Vorbeugung: Lassen Sie Blutdruck, Herzrhythmus und Blutwerte regelmäßig kontrollieren. Ansprechpartner dafür finden Sie in unserem Verzeichnis bei Hausärztinnen und Hausärzten, in der Kardiologie und der Neurologie sowie in Kliniken in Ihrer Nähe.

Quellen


Foto von cottonbro studio.

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