Am 20. Oktober ist Weltosteoporosetag. Die Krankheit entwickelt sich schleichend und bleibt oft lange unbemerkt, bis ein Knochen bei einem harmlosen Sturz bricht. Die gute Nachricht: Mit gezieltem Training lässt sich viel dagegen tun. Die aktuellen Vorgaben für die Behandlung in Deutschland sagen dazu ganz klar, was wirkt.
Eine Volkskrankheit, die oft unerkannt bleibt
Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse ab, und die Struktur des Knochens verschlechtert sich. Die Knochen werden brüchig, typisch sind Brüche von Wirbelkörpern, Hüfte, Oberarm oder Handgelenk. Nach Angaben der BARMER ist in Deutschland rund ein Viertel der Menschen über 50 betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Viele kennen ihre Diagnose nicht.
Was der G-BA jetzt festgeschrieben hat
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, hat im April 2026 die Anforderungen an das strukturierte Behandlungsprogramm (DMP) für Osteoporose überarbeitet. Darin steht unter anderem:
- Ein positiver Effekt auf die Knochendichte und damit weniger Knochenbrüche lassen sich nur durch regelmäßig durchgeführtes Widerstands- bzw. Krafttraining erreichen. Voraussetzung ist eine ausreichende Belastbarkeit.
- Schon leichteres Kraft-, Ausdauer- oder Gleichgewichtstraining – etwa Treppensteigen, Walking, Balancetraining oder Tai-Chi – kann die Zahl der Stürze senken.
- Funktionstraining und Rehabilitationssport in Gruppen sind einer langfristigen passiven Physiotherapie vorzuziehen.
- Ärztinnen und Ärzte sollen regelmäßig auf die Bedeutung von Bewegung hinweisen und zur Teilnahme an geeigneten Trainingsangeboten motivieren.
Kurz gesagt: Schonen ist bei Osteoporose der falsche Weg. Wer aus Angst vor Brüchen inaktiv wird, beschleunigt den Knochenabbau.
So sieht gutes Training für die Knochen aus
Knochen reagieren auf Belastung: Jeder Zug der Muskeln am Knochen ist ein Reiz, Knochensubstanz aufzubauen.
- Zweimal pro Woche Kraft: Laut BARMER lässt sich mit zweimal wöchentlichem Krafttraining ein optimales Ergebnis erzielen.
- Große Muskelgruppen: Mehrgelenkige Übungen für Beine, Hüfte und Rücken – etwa Kniebeugen – sind besonders wirksam. Die Rückenmuskulatur stützt zudem die Wirbelsäule.
- Ausdauer dazu: Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Tanzen.
- Gleichgewicht üben: Einbeinstand beim Zähneputzen, Balancekissen oder Tai-Chi verbessern die Koordination und senken das Sturzrisiko.
- Unter Anleitung starten: Wer bereits Osteoporose hat oder lange nicht trainiert hat, beginnt am besten mit einem individuellen Plan von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten oder qualifizierten Trainerinnen und Trainern.
Was die Knochen sonst noch brauchen
Der G-BA empfiehlt täglich 1.000 Milligramm Kalzium über die Ernährung, etwa aus Milchprodukten, grünem Gemüse oder kalziumreichem Mineralwasser, sowie 800 bis 1.000 Einheiten Vitamin D. Nahrungsergänzung ist nur nötig, wenn die Ernährung nicht ausreicht. Dazu kommen: nicht rauchen, wenig Alkohol und Untergewicht vermeiden.
Fazit
Krafttraining ist bei Osteoporose kein Risiko, sondern die wirksamste Maßnahme ohne Medikamente – zur Vorbeugung wie zur Behandlung. Am besten fangen Sie früh an und lassen sich zu Beginn anleiten. Passende Angebote finden Sie in unserem Verzeichnis: Fitnessstudios für das Krafttraining, Physiotherapie für den sicheren Einstieg und Yoga-Studios für Gleichgewicht und Beweglichkeit. Zur Abklärung des Knochenbruchrisikos sind Praxen der Orthopädie sowie Hausärztinnen und Hausärzte die richtige Anlaufstelle.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss zur Änderung der Anlage 19 (DMP Osteoporose) vom 16.04.2026
- BARMER: Fit für jeden Knochenjob – mit Bewegung gegen Osteoporose
Foto von Gustavo Fring.



