Rapsöl gehört in Deutschland zu den beliebtesten Speiseölen. In sozialen Netzwerken wird es trotzdem regelmäßig schlechtgeredet – es fördere Entzündungen oder sei ungesund verarbeitet. Die Stiftung Warentest hat für ihre Oktober-Ausgabe 24 Rapsöle untersucht. Das Ergebnis ist erfreulich: Die meisten überzeugen, und gute Qualität muss nicht teuer sein.
Was getestet wurde
Im Test waren 24 viel gekaufte Rapsöle:
| Art | Anzahl |
|---|---|
| Raffinierte Rapsöle | 11 |
| Kaltgepresste Rapsöle | 11 |
| Rapsölzubereitungen mit Buttergeschmack | 2 |
Die Preise lagen zwischen 1,59 und 11,04 Euro pro Liter. Geprüft wurden unter anderem Geschmack und Geruch, die chemische Qualität, Schadstoffe wie Pestizide, Weichmacher und Mineralölbestandteile, die Hitzestabilität beim Braten sowie die Angaben auf dem Etikett.
Die Ergebnisse
- Zwei Testsieger mit Note 1,6: bei den raffinierten Ölen „Rapso 100% reines Rapsöl“ (rund 5,53 Euro pro Liter), bei den kaltgepressten „Bellasan Nativ kaltgepresstes Rapsöl“ von Aldi (rund 2,58 Euro pro Liter).
- Alle raffinierten Öle sind „gut“ – darunter mehrere Eigenmarken von Discountern und Supermärkten für 1,59 Euro pro Liter.
- Kaltgepresste Öle schnitten überwiegend „gut“ ab, eines nur „befriedigend“.
- Schlusslicht ist ein Öl mit Buttergeschmack, das wegen mangelhafter Deklaration nur ein „ausreichend“ erhielt.
- Keine kritischen Schadstoffe: Stoffe, die bei der Raffination entstehen können, fanden die Prüfer in keinem Öl in nennenswerter Menge.
Der Preis sagt wenig über die Qualität aus: Das teuerste kaltgepresste Öl kostete gut viermal so viel wie der Testsieger und schnitt schlechter ab.
Warum Rapsöl gesund ist
Alle getesteten Öle liefern reichlich Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E. Rapsöl enthält die pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Die früher kritisierte Erucasäure wurde in den 1970er-Jahren weitgehend aus dem Raps herausgezüchtet und liegt heute weit unter den gesetzlichen Grenzwerten.
„Die Behauptungen von Influencern über Entzündungen oder Krebs sind wissenschaftlich nicht haltbar“, sagt Dr. Jochen Wettach, Experte der Stiftung Warentest.
Kaltgepresst oder raffiniert?
- Raffiniertes Rapsöl schmeckt neutral und verträgt hohe Temperaturen. Es eignet sich zum Braten, Backen und Frittieren.
- Kaltgepresstes Rapsöl hat einen saatigen bis nussigen Geschmack. Es passt zu Salaten, Dips und kalten Speisen sowie zum Dünsten bei moderater Hitze.
Tipps für den Alltag
- Beides im Schrank haben: ein raffiniertes Öl für die Pfanne, ein kaltgepresstes für den Salat.
- Dunkel und kühl lagern: Licht und Wärme lassen Öl schneller ranzig werden. Angebrochene Flaschen zügig aufbrauchen.
- Nicht überhitzen: Raucht das Öl in der Pfanne, ist es zu heiß. Dann entstehen unerwünschte Stoffe.
- Fette clever kombinieren: Rapsöl als Basis, ergänzt durch Nüsse, Leinsamen und ein- bis zweimal pro Woche Fisch, deckt den Bedarf an Omega-3 gut ab.
- Social-Media-Tipps prüfen: Wer seine Ernährung umstellen möchte, sollte sich auf fachlich fundierte Quellen verlassen und nicht auf Trends aus Kurzvideos.
Fazit
Rapsöl ist ein gesundes und günstiges Allround-Öl – und die Discounter-Eigenmarke steht der Markenware in nichts nach. Wer wissen möchte, wie es um die eigenen Blutfette steht, kann das bei Hausärztinnen und Hausärzten oder in der Inneren Medizin prüfen lassen. Zu Omega-3-Präparaten und Nahrungsergänzung berät Sie Ihre Apotheke – alle zu finden in unserem Verzeichnis.
Quellen
- Stiftung Warentest: Rapsöl – viele glänzende Ergebnisse (Pressemitteilung, 28.09.2026)
- Stiftung Warentest: Rapsöl im Test (test 10/2026)
- newstime: Rapsöl bei Stiftung Warentest – günstige Produkte punkten
Foto von Ramon Perucho.



