Was in der Sauna im Körper passiert
In einer klassischen finnischen Sauna herrschen Temperaturen von etwa 80 bis 100 Grad bei niedriger Luftfeuchtigkeit. Der Körper reagiert darauf mit einem regelrechten Trainingsprogramm:
- Die Hauttemperatur steigt deutlich an, die Körperkerntemperatur um etwa ein bis zwei Grad.
- Die Blutgefäße weiten sich, der Puls steigt – ähnlich wie bei leichter bis moderater Bewegung.
- Der Körper schwitzt, um sich zu kühlen. Pro Saunagang können dabei mehrere hundert Milliliter Flüssigkeit verloren gehen.
- Beim Abkühlen ziehen sich die Gefäße wieder zusammen. Dieser Wechsel aus Wärme und Kälte gilt als Training für die Gefäße.
Was die Forschung zeigt
Finnische Langzeitstudie: Herz und Kreislauf
Besonders bekannt ist eine Beobachtungsstudie aus dem ostfinnischen Kuopio, veröffentlicht 2015 im Fachjournal JAMA Internal Medicine. Ein Team um den Kardiologen Prof. Jari Laukkanen von der University of Eastern Finland begleitete dort rund 2.300 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren über etwa 20 Jahre. Das Ergebnis: Männer, die vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna gingen, hatten ein um rund 63 Prozent geringeres Risiko für einen plötzlichen Herztod als diejenigen, die nur einmal pro Woche saunierten. Auch für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt zeigte sich ein deutlich niedrigeres Risiko. Eine spätere Auswertung derselben Studiengruppe (2017, Age and Ageing) fand zudem bei vier bis sieben Saunagängen pro Woche ein um rund 66 Prozent geringeres Demenzrisiko.
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang, beweist aber keine Ursache. Häufige Saunagänger könnten auch insgesamt gesünder leben. Zudem wurden nur Männer in Finnland untersucht, wo Saunieren tief im Alltag verankert ist.
Neue Studien aus Großbritannien: Gemeinschaft wirkt mit
Ein Forschungsteam um die Anthropologin Dr. Martha Newson von der University of Greenwich hat in drei Teilstudien mit insgesamt rund 1.900 Saunagängerinnen und Saunagängern in Großbritannien untersucht, wie sich Saunieren auf das Wohlbefinden auswirkt. Die Arbeit erschien 2026 im Fachjournal Social Science & Medicine. Ihre Ergebnisse:
- Wöchentliches Saunieren ging mit einem besseren körperlichen Wohlbefinden einher.
- Schon monatliche Saunabesuche standen mit einem besseren seelischen Wohlbefinden in Verbindung – bei wöchentlichen Besuchen war der Effekt größer.
- Ein wichtiger Faktor war das Gefühl der Zugehörigkeit: Das gemeinsame Ritual und der soziale Austausch könnten laut den Forschenden ähnlich wohltuend sein wie die Wärme selbst.
Richtig saunieren: Die wichtigsten Regeln
| Phase | Empfehlung |
|---|---|
| Vorbereitung | Nicht mit vollem oder ganz leerem Magen saunieren, vorher duschen und gut abtrocknen |
| Saunagang | 8 bis 15 Minuten, Einsteiger eher kürzer und auf den unteren Bänken |
| Die letzten Minuten | Aufrecht sitzen, damit der Kreislauf sich auf das Aufstehen einstellen kann |
| Abkühlen | Frische Luft atmen, dann kalt abduschen – von den Füßen herzwärts |
| Ruhephase | Mindestens so lange ruhen wie der Saunagang gedauert hat |
| Anzahl | Zwei bis drei Durchgänge pro Saunabesuch genügen |
| Trinken | Nach dem Saunabesuch ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken |
Auf Alkohol sollte vor und während des Saunabesuchs verzichtet werden, da er den Kreislauf zusätzlich belastet.
Für wen ist Vorsicht geboten?
Die Sauna ist nicht für alle gleichermaßen geeignet. Ärztlichen Rat sollten vorab vor allem Menschen einholen mit:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z. B. nach einem Herzinfarkt, bei Herzschwäche oder schlecht eingestelltem Blutdruck
- Venenleiden wie ausgeprägten Krampfadern oder einer Neigung zu Thrombosen
- akuten Infekten oder Fieber – hier gilt: erst auskurieren, dann saunieren
- einer Schwangerschaft, besonders wenn bisher keine Saunaerfahrung besteht
Bei Schwindel, Unwohlsein oder Herzklopfen gilt immer: die Sauna sofort verlassen und sich ausruhen.
Mehr als Schwitzen: Wellness in der dunklen Jahreszeit
Die Sauna ist nur ein Baustein. Viele Thermen und Wellnessanlagen kombinieren sie mit Dampfbad, Infrarotkabine, Ruheräumen, Massagen oder Außenbereichen für Kneipp-Anwendungen. Gerade in den lichtarmen Monaten können solche Auszeiten helfen, Stress abzubauen und bewusst zur Ruhe zu kommen. Wer es milder mag, findet in der Biosauna (etwa 50 bis 60 Grad) oder in der Infrarotkabine eine sanftere Alternative.
Fazit
Regelmäßiges Saunieren ist für die meisten gesunden Menschen ein wohltuendes Ritual, das Studien mit positiven Effekten auf Herz, Kreislauf und Wohlbefinden in Verbindung bringen. Entscheidend sind die richtige Technik, ausreichende Ruhephasen und das Hören auf den eigenen Körper. Und wer gemeinsam mit Freunden oder der Familie sauniert, profitiert womöglich doppelt. Passende Saunen, Thermen und Wellness-Angebote in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Verzeichnis.
Foto von HUUM │ sauna heaters



