Der Alltag läuft weiter, aber die Energie ist aufgebraucht: So fühlen sich derzeit viele Menschen in Deutschland. Eine repräsentative Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) zeigt, dass Stress für einen großen Teil der Bevölkerung zum Dauerzustand geworden ist. Als Belastungsfaktoren nennt die Kasse unter anderem Kriege, den Klimawandel, steigende Preise und die ständige Flut an Krisennachrichten.
Die Ergebnisse in Zahlen
Für die Umfrage wurden rund 1.000 gesetzlich und privat Versicherte ab 18 Jahren online befragt.
| Ergebnis | Anteil |
|---|---|
| Erleben heute mehr Stress als vor ein bis zwei Jahren | 54 % |
| Leiden unter Müdigkeit oder Schlafstörungen | 61 % |
| Fühlen sich erschöpft oder ausgebrannt | 57 % |
| Fühlen sich durch fehlende Erholungszeit im Alltag belastet | 43 % |
| Halten langfristige Gesundheitsvorsorge für wichtig | fast 70 % |
| Nehmen sich auch in stressigen Zeiten Zeit dafür | 33 % |
Mehr als jede dritte befragte Person kämpft außerdem mit gedrückter Stimmung bis hin zu depressiven Verstimmungen.
Die Erholungslücke
Besonders auffällig ist die Lücke zwischen Wissen und Handeln: Fast sieben von zehn Befragten ist bewusst, wie wichtig es ist, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Doch sobald es hektisch wird, fällt genau das als Erstes weg. Hinzu kommt: Wer stark belastet ist, zieht sich oft zurück – obwohl stabile soziale Kontakte laut KKH zu den wirksamsten Mitteln gegen Stress gehören.
Entspannung braucht feste Plätze im Kalender
Erholung funktioniert am besten, wenn sie nicht vom Zufall abhängt. Diese Ansätze helfen, den Akku wieder aufzuladen:
- Kleine Pausen einbauen: Mehrere kurze Auszeiten über den Tag verteilt – ein paar Minuten an der frischen Luft, bewusstes Durchatmen, ein Glas Wasser ohne Bildschirm.
- Feste Wohlfühltermine planen: Ein regelmäßiger Saunaabend, eine Massage oder ein Besuch in der Therme wirken wie ein Termin mit sich selbst – und werden seltener abgesagt.
- Wärme nutzen: Gerade in der kalten Jahreszeit entspannen Sauna, Dampfbad oder ein warmes Thermalbad Muskeln und Kopf.
- Achtsamkeit üben: Meditation, Atemübungen oder ein MBSR-Kurs helfen, Gedankenkarussells zu stoppen und besser abzuschalten.
- Kontakte pflegen: Ein Treffen mit Freunden oder Familie entlastet oft mehr als ein weiterer Abend allein auf dem Sofa.
- Abendroutine schaffen: Bildschirme früher ausschalten, Licht dimmen, offene Aufgaben für morgen notieren – das erleichtert das Einschlafen.
Tipp: Viele Krankenkassen bezuschussen zertifizierte Kurse zur Stressbewältigung und Entspannung, etwa Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Achtsamkeitskurse. Die KKH hat zudem Vorträge ihrer digitalen Mental Health Week vom Oktober als On-Demand-Angebot bereitgestellt.
Wann Sie Hilfe suchen sollten
Erschöpfung ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Warnsignal. Wenn Sie sich über Wochen schon nach kleinen Anstrengungen völlig ausgelaugt fühlen, kaum noch Freude empfinden oder hoffnungslos sind, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis; auch eine psychotherapeutische Sprechstunde kann weiterhelfen.
Fazit
Stress ist für viele Menschen zum Normalzustand geworden – Erholung dagegen zur Ausnahme. Wer Entspannung fest einplant, statt auf freie Zeit zu warten, schützt seine Gesundheit nachhaltig. In unserem Verzeichnis finden Sie Saunaanlagen, Massagepraxen, Thermen und Heilbäder sowie Meditationszentren und MBSR-Kurse in Ihrer Nähe. Bei anhaltender Erschöpfung helfen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.
Quellen
- KKH: Müde und erschöpft – Wenn Stress zum Dauerzustand wird (24.09.2026)
- KKH: Mental Health Week 2026
- Techniker Krankenkasse: Stressreport
Foto von Gustavo Fring.



