Fitnessbranche erreicht neue Bestwerte
Die Studie „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“, herausgegeben vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) gemeinsam mit Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), belegt einen anhaltenden Fitnessboom. Die wichtigsten Kennzahlen für das Jahr 2025:
| Kennzahl | Wert 2025 | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Mitglieder | 12,36 Mio. | +5,6 % |
| Nettoumsatz | 6,25 Mrd. Euro | +7,4 % |
| Fitness- und Gesundheitsanlagen | 9.647 | +5,7 % |
| Beschäftigte | rund 167.100 | +6,0 % |
| Nutzer über Aggregatoren | 1,47 Mio. | +21,5 % |
| Anteil der Bevölkerung im Studio | 14,8 % | +1,0 Prozentpunkte |
Rechnet man die Nutzerinnen und Nutzer von Aggregator-Plattformen hinzu – also Anbietern, über die man mit einem Abo Zugang zu vielen verschiedenen Studios erhält –, trainieren in Deutschland sogar rund 13,8 Millionen Menschen in Fitness- und Gesundheitsanlagen. Bereits gut drei Viertel der Studios sind an mindestens ein solches Netzwerk angebunden.
Was eine Mitgliedschaft kostet
Die Preise unterscheiden sich je nach Studiotyp deutlich. Im Durchschnitt zahlen Mitglieder laut Studie pro Monat:
- Kettenanlagen: 40,54 Euro
- Einzelanlagen: 59,24 Euro
- Special-Interest-Studios (z. B. reine Frauenstudios, EMS- oder Gesundheitsstudios): 80,02 Euro
Neben klassischen Studios gewinnen auch flexible Modelle an Bedeutung – etwa Aggregator-Abos ohne lange Vertragsbindung oder sogenannte Smart Gyms, die ohne dauerhaft anwesendes Personal auskommen und per Smartphone-Zugang rund um die Uhr geöffnet haben.
Neue Erkenntnis: Krafttraining muss nicht lange dauern
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen neben mindestens 150 Minuten moderater Ausdaueraktivität pro Woche auch muskelkräftigende Übungen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Doch gerade diese Empfehlung wird kaum umgesetzt: Nur etwa 10 bis 30 Prozent der Erwachsenen erreichen sie. Häufig genannter Grund: Zeitmangel.
Forschende des DKFZ und der australischen Deakin University haben deshalb die vorhandene Fachliteratur ausgewertet und in alltagstaugliche Trainingsempfehlungen übersetzt. Ihr Fazit, veröffentlicht im Fachjournal Frontiers in Public Health: 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche können genügen – vorausgesetzt, das Training ist richtig aufgebaut. Wichtig ist dabei:
- Mindestens zwei Trainingstage pro Woche
- Alle großen Muskelgruppen werden im Wochenverlauf trainiert
- Hohe Anstrengung: Schon ein Satz pro Übung kann messbare Fortschritte bringen, wenn er nahe an die Belastungsgrenze geht
- Mehrgelenksübungen wie Kniebeugen, Liegestütze oder Klimmzüge sparen Zeit, weil sie mehrere Muskeln gleichzeitig beanspruchen
- Supersätze, also zwei Übungen direkt hintereinander ohne Pause, können die Trainingszeit um rund ein Drittel verkürzen
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich nicht um eine neue Interventionsstudie, sondern um eine wissenschaftliche Auswertung bestehender Forschung. Die vorgeschlagenen Trainingspläne selbst wurden nicht eigenständig getestet.
Warum sich Krafttraining für die Gesundheit lohnt
Regelmäßige Muskelkräftigung wirkt weit über den Muskelaufbau hinaus. Beobachtungsstudien bringen sie mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und einen frühzeitigen Tod in Verbindung. Besonders im Alter wirkt Krafttraining dem natürlichen Muskelabbau entgegen, stärkt die Knochen, verbessert das Gleichgewicht und senkt damit das Sturzrisiko.
Tipps für den Einstieg
- Klein anfangen: Zwei kurze Einheiten pro Woche sind besser als ein ambitionierter Plan, der nach drei Wochen wieder aufgegeben wird.
- „Exercise Snacks“ nutzen: Kurze Übungseinheiten über den Tag verteilt – etwa ein paar Kniebeugen oder Liegestütze zwischendurch – zählen ebenfalls.
- Ohne Geräte geht es auch: Training mit dem eigenen Körpergewicht oder Widerstandsbändern ist zu Hause problemlos möglich.
- Technik vor Gewicht: Gerade am Anfang lohnt sich eine Einweisung durch qualifizierte Trainerinnen und Trainer im Studio.
- Vorerkrankungen abklären: Wer Herz-Kreislauf-Probleme, Gelenkbeschwerden oder andere Vorerkrankungen hat, sollte vor dem Trainingsstart ärztlichen Rat einholen.
Fazit
Fitness ist in Deutschland so beliebt wie nie zuvor – und die Hürde für einen gesunden Einstieg ist niedriger als viele denken. Schon zwei kurze, intensive Krafteinheiten pro Woche können einen spürbaren Beitrag zur Gesundheit leisten. Ob klassisches Studio, flexibles Aggregator-Abo oder Training zu Hause: Entscheidend ist, regelmäßig dranzubleiben. Passende Fitnessstudios, Personal Trainer und Physiotherapiepraxen in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Verzeichnis.
Foto von Abdulrhman Alkady



