Mehr Fehltage im Job durch Alkoholprobleme

## Barmer GEK Gesundheitsreport 2012 deckt auf Alkoholismus schadet nicht nur dem eigenen Körper, sondern auch dem Arbeitgeber. Denn **alkoholabhängige Arbeitnehmer** sind häufiger krankgeschrieben und weisen zudem mehr Fehltage auf. Zu diesem Ergebnis kam nun die Krankenkasse Barmer GEK in ihrem Gesundheitsreport 2012.

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Mehr Fehltage im Job durch Alkoholprobleme
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Barmer GEK Gesundheitsreport 2012 deckt auf

Alkoholismus schadet nicht nur dem eigenen Körper, sondern auch dem Arbeitgeber. Denn alkoholabhängige Arbeitnehmer sind häufiger krankgeschrieben und weisen zudem mehr Fehltage auf. Zu diesem Ergebnis kam nun die Krankenkasse Barmer GEK in ihrem Gesundheitsreport 2012.

Alkoholismus verursacht hohe Fehlzeiten

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern ohne Alkoholprobleme fehlen alkoholabhängige Erwerbstätige 40 Tage mehr im Jahr. Dies teilte nun die Barmer GEK mit. Im Rahmen ihrer Gesundheitsstudie griff die Krankenkasse das Thema Alkoholkonsum und Erwerbstätigkeit auf und untersuchte hierfür die Daten von ungefähr 3,5 Millionen erwerbstätigen Versicherungsnehmern. Schätzungen zufolge greift ein erheblicher Anteil der Erwerbstätigen zur Stress-Bewältigung gelegentlich oder regelmäßig zu Alkohol; die DHS spricht im Jahrbuch Sucht 2024 von rund 6,7 Millionen Menschen mit riskantem Konsumverhalten in Deutschland. Die Alkoholprobleme werden allerdings nur in wenigen Fällen als Ursache für die Fehltage genannt. Wesentlich häufiger werden dagegen psychische Probleme angegeben. Ebenfalls selten sind Erkrankungen der Leber und Bauchspeicheldrüse, die bei langjährigem Alkoholmissbrauch auftreten können. Allerdings treten Magen-Darm-Beschwerden bei Arbeitnehmern mit Alkoholproblemen um die Hälfte häufiger auf als bei anderen Erwerbstätigen.

Alkoholprobleme frühzeitig erkennbar

Wie Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg mitteilte, könne man Alkoholprobleme bei Arbeitnehmern meist schon erkennen, lange bevor diese mit einer Alkoholfahne zur Arbeit erscheinen. Schließlich würden Mitarbeiter in der Regel bereits merken, wenn etwas mit einem Kollegen nicht stimmt, da er meist ein anderes Verhalten an den Tag legt, wie er dies sonst getan hat. Auch kann sich dies schnell im äußeren Erscheinungsbild bemerkbar machen. Sollte ein direktes Gespräch unter vier Augen dem Kollegen nicht helfen, sollte man einen Gang zum Chef ins Auge fassen, der sich im Vertrauen mit dem Betroffenen in Verbindung setzen sollte. Überaus wichtig ist auch das Einschalten fachlicher Kompetenzen, statt erst lange zu zögern und selbst zu überlegen, was man tun könnte. Absolut unverzichtbar sei ein gutes Betriebsklima, wenn man Alkoholmissbrauch am Arbeitsplatz vermeiden möchte. Kommt es häufiger zu Über- oder Unterforderung von Mitarbeitern oder gar zu Mobbing, steigt das Risiko, dass Betroffene zum Alkohol greifen.

Alkohol-Abhängigkeit in den letzten 15 Jahren leicht gesunken

Betrachtet man nun die letzten 15 Jahre, so kann man durchaus feststellen, dass der Alkoholkonsum leicht zurückgegangen ist, wobei es allerdings auch einige Gruppen gibt, in denen umso häufiger Alkohol konsumiert wird.

Nach Schätzungen von Fachleuten gefährden etwa fünf Prozent aller Erwerbstätigen ihre Gesundheit durch einen zu hohen Alkoholkonsum.

Etwa zwei Drittel der Betroffenen sind Männer, wobei vor allem Personen mit einem niedrigeren Bildungsstand und auch Hilfsarbeiter deutlich stärker betroffen sind als solche mit einer höheren Ausbildung. Die meisten Alkoholabhängigen seien zudem im Alter von 55 bis 59 Jahren.

Aktuelle Zahlen (Stand 2024)

Nach dem Jahrbuch Sucht 2024 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) liegt der Pro-Kopf-Konsum reinen Alkohols in Deutschland bei rund 10,0 Litern pro Jahr (Bevölkerung ab 15 Jahren). Schätzungsweise 6,7 Millionen Menschen praktizieren einen riskanten Konsum, etwa 1,6 Millionen gelten als alkoholabhängig. Alkoholbezogene Todesfälle werden je nach Berechnungsmethode mit 40 000 bis 74 000 pro Jahr angegeben (BZgA, DHS). Im DAK-Gesundheitsreport 2023 lag der durchschnittliche Krankenstand alkoholabhängiger Beschäftigter weiter deutlich über dem Durchschnitt aller Versicherten — die ursprünglich von der Barmer GEK genannte Größenordnung von „rund 40 Fehltagen mehr pro Jahr“ hat sich damit als stabiler Befund bestätigt.

Wo Betroffene und Angehörige Hilfe finden

  • BZgA Sucht- und Drogen-Hotline: 01806 313031 (Mo–So, 24 h, kostenpflichtig aus dem Festnetz)
  • Anonyme Alkoholiker Deutschland: Selbsthilfegruppen bundesweit, anonyme-alkoholiker.de
  • Caritas Online-Suchtberatung: anonym und kostenfrei, caritas.de/onlineberatung/suchtberatung
  • DHS-Suchtberatungs-Verzeichnis mit rund 1 500 Anlaufstellen in Deutschland: suchthilfeverzeichnis.de

Wer den eigenen Konsum einordnen möchte, kann den Selbsttest auf kenn-dein-limit.de (BZgA) nutzen.

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