HIV Neuinfektionen gehen zurück

**Erstmals seit dem Jahr 2001 ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen gesunken.** Der Rückgang ist zwar mit 1,7 Prozent nicht besonders hoch, wird aber von einigen Experten als Anzeichen für eine Trendwende bzeichnet. Allerdings ist die Freude noch verhalten, denn während die Zahl der Neuinfizierten im ersten Halbjahr 2011 sank, stieg sie im zweiten Halbjahr wieder an.

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HIV Neuinfektionen gehen zurück
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Bis zum 01.03.2012 erhielt das Robert-Koch-Institut 2.889 Meldungen hinsichtlich Neuinfektionen aus dem Jahr 2011. Im Jahr vorher waren es noch 2.939 diagnostizierte HIV-Infektionen. Nach wie vor ist Sex der Übertragungsweg Nummer Eins und hier insbesondere der Geschlechtsverkehr unter Männern (MSM). Die heterosexuelle Übertragungshäufigkeit verzeichnete einen Anstieg von etwa 10 Prozent.

Doppelt so viele Frauen von Neuinfektion betroffen

Beim heterosexuellen Übertragungsweg (HET) sind laut Bericht des Robert-Koch-Instituts doppelt so viele Frauen wie Männer von HIV-Neuinfektionen betroffen. Das Ergebnis könne allerdings nicht klar abgegrenzt werden, da Neuinfektionen homosexueller Männer nicht in die Ergebnisse einfließen. In der Gruppe der Drogenkonsumenten, bei denen eine Infektion diagnostiziert wurde, verzeichnet das Robert-Koch-Institut einen leichten Rückgang.

Auch die Übertragungsrate von der Mutter auf ihr Kind ging zurück und fiel von 20 auf 15 Neuinfektionen. HIV-Neudiagnosen, die einen unbekannten Übertragungsweg haben, stiegen dagegen um etwa 5 Prozent von 632 auf 665. Nach Angaben der Aidshilfe Köln leben in Deutschland etwa 73.000 Menschen mit einer Aids-Infektion. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich seit 2009 weitestgehend stabilisiert.

Ansteckungsrate im In- und Ausland

Bei der MSM-Gruppe der HIV-Neuinfizierten erfolgt eine Ansteckung über 90 Prozent im eigenen Land. Die Gruppe der Heterosexuellen infiziert sich dagegen vor allem im Ausland (bis zu 60 Prozent). Dabei entfallen 34 Prozent auf Ansteckungen in Afrika und etwa 9 Prozent auf Südostasien. Diese Zahlen sollen allerdings kein Hinweis auf Sex-Tourismus sein. In der Regel vergehen mehrere Jahre zwischen der Ansteckung und der Diagnose einer HIV-Infektion.

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